Tagebuch von Claudi

fehlender teil 2

Claudi 18.04.2011, 3:47

hach, alles schrecklich durcheinander jetzt, aber ich wollte euch trotzdem nicht schuldig bleiben, was ich mit meinem letzten betreff gemeint habe.

wie gesagt, ein von uns lange entgegengefiebertes highlight unserer zeit hier war - kein geheimnis - der besuch von machu picchu. wir haben uns nach anfaenglichem ueberlegen letztlich dagegen entschieden, den ueberteuerten inca-trail - der in 4 tagen einige der bedeutesten inka-ruinen und den "offiziellen weg" unser vorfahrigen peruanischen freunde abklappert - sein zu lassen.stattdessen haben wir auf eigene faust das valle sagrado (heilige tal) der inka von cusco aus erkundet. los ging es mit der nur 20 minuten von der stadt entfernten tempelanlage sacsaywaman, von der wirklich noch unglaublich viele reste erhalten sind. (mehr hintergrundinfos will ich hier mal nicht liefern, der eifrig interessierte liest es bei gelegenheit selbst mal nach)

nach nur wenigen wanderminuten richtung norden geht es dann weiter mit 3 weiteren heiligen inka-staetten, so dass jojo und ich schon ueber eine gefaehrliche "ruinenueberdosis" gewitzelt haben.mit dem bus ging es dann weiter nach pisac, wo es einen grossen artesanias markt und einen weiteren archaeologischen park gibt, den wir dann (auch wegen der gefahr der ueberdosis) zugunsten eines milchshakes ein einem cafe mit blick auf berge und markttreiben ausgelassen haben.na gut, nicht ganz teilnehmende beobachtung, aber definitv leckere.danach ging es dann in den kleinen ort urubamba, wo wir beschlossen haben, die nacht zu verbringen. frisch und frueh am morgen brachen wir dann auch schon nach maras auf, eine wirklich beeindruckende, rundangelegte staette, die fast wie ein amphittheater wirkt, in der in wirklichkeit aber agrarische experimente durchgefuehrt wurden.der weg dahin war etwas schwierig- so haben wir, weil es keine oeffentlichen verkehrsmittel gab schliesslich ein taxi genommen, den fahrer warten lassen und dann erstmal auf dem marktplatz in einem kleinen abgelegenen dorf ein ordentliches fruehstueck verputzt.

gut, weiter ging es dann zu den salzterassen von, ja von, gute frage, habe ich gerade vergessen. war ne super 2 stuendige wanderung und dafuer, dass "unser" taxifahrer meinte "immer nur geradeaus", sind wir oft ins schwanken geraten, welches geradeaus er denn jetzt gemeint haben koennte.nun gut, weil wir ja kluge maedels sind, sind wir gut angekommen und konnten, anders als die anderen faulen touris, die sich mit einer gebuchten tour dahin schippern haben lassen, einen einmaligen blick auf die salzterassen, aus denen bis heute salz gewonnen wird, geniessen.(link zu nem foto photaki.es)

runter gewandert an die hauptstrasse ging es dann nach ollantaytambo (foto turismouniversal.com), wo eine ruinenanlage - warum ist das jetzt hier gruen? - zu sehen gibt, die mich kaum weniger beeindruckt hat, wie machu picchu selbst.wunderbar an/in einem berg gelegen hat sich hier sowohl ein tempel, als auch wohnanlagen und eine art "vorratskammer" aus der inkazeit erhalten. das kleine dorf ist dabei ungalublich schoen im tal gelegen.es ist wirklich nicht zu beschreiben, man muss da einfach mal hinfahren.

nach dem anschauen der anlage ging es dann weiter mit dem (furchtbar ueberteuerten) zug nach aguas calientes - dem letzten ort vor machu picchu, in dem man die nacht verbringen kann. einen bus - besser gesagt eine strasse - gibt es nicht, also gab es da nichts zu ueberlegen. auch das aguas calientes vor touris nur so wimmelt, das war uns sonnenklar.dennoch konnten wir im stroemenden regen ne bezahlbare bleibe finden, wenn nur der unertraegliche schimmelgeruch nicht gewesen waere....

gut, am naechsten tag freuh (4.30) ging es aus den federn, schliesslich wollten wir ja waynapiccha beklettern, der berg mit einer festung in machu picchu, auf den taeglich nur 400 leute raufduerfen. dass wir ruhig das ein oder andere stuendchen haetten schlafen koennen war uns da noch nicht klar, denn wegen dem heftigen regen, hatten sich an diesem tag nur wenige (fuer seine verhaeltnisse) leute nach m.p. getraut. ein vorteil - denn auch wenn die kaelte und die naesse kaum zu ertragen waren - hatte ich zuweilen momente, in denen ich ueber eine halbe stunde(!!!!) komplett alleine in irgendwelchen gemaeuern rumstromern konnte.grossartig war das.obwohl ich mich diesmal nicht um eine fuehrung oder tiefgruendige einzelheiten bemueht habe, fand ich es einfach grossartig die atmosphaere und den besonderen spirit - und das mein ich so - aufzusaugen.man fuehlt da dinge...wirklich.

klatschnass ging es dann nach cusco zureuck, wo wir noch einen gemuetlichen tag hatten, bevor es im nachtbus an den titicacasee ging.

so und da dieser teil schon ein wenig erzaehlt wurde und jojo schon ueber la paz berichtet hat sind wir in der gegenwart.und die sieht so aus: ich bin in sucre, der "weissen stadt". einer wirklich sehr schoenen, ruhigen, im vergleich zu la paz sehr sauberen und mir scheint reichen stadt im einem schmackerl an kolonialgebaeuden nach dem anderen. viele museen gibts hier und in eins oder zwei werde ich mich morgen begeben, bevor ich, mit den kanadischen madels, mit den ich gerade hier bin, am mittwoch nach potosi gehe, wo jojo gerade steckt. potosi war wegen seiner gold- (und anderen edelmetallminen) frueher eine der bedeutesten und reichsten staette boliviens, hat aber seit dem schliessen der minen unter extremer armut und arbeitslosigkeit zu kaempfen. potosi ist gerade in aller munde (in bestimmten kreisen) und in la paz gab es eine ausstellung zum thema, die vorher in berlin zusehen war. auch hier lohnt sich vielleicht mal ein "nachgooglen".falls ihr moegt. nun ja, vielleicht werden wir eben da ne minentour machen (koerperlich und fuer mich auch moralisch etwas anstrengend, weil noch einige minenarbeiter da schuften - in der extremen hoehe, in extrem engen schaechten, bei z.t. ueber 40 grad. menschlicher zoo sag ich nur und daher ueberlege ich noch, wie ich die idee finde..).

ok, heute mal ganz abwechslungsreich in mir unerklaerlicher gruener schrift sag ich adios und bis bald.c     

 

  


machu pichenass

Claudi 10.04.2011, 19:35

buenas tardes amigos,

ich sitze gerade in einem internetcafe in copacabana/bolivien mit blick auf den titicacasee.an diesem wunderschoenen ort verweilen wir mittlerweile den 2. tag.vorgestern, angekommen von puno, sind wir direkt mit dem boot zur isla del sol - der groessten insel im see - uebergesetzt, sind ein bisschen rumgewandert, haben lecker gegessen und uns rotwein gegen die kaelte (die naechte sind echt unglaublich knackig) gekauft. am naechsten tag sind wir recht frueh los, um ans nordende der insel (8km) zu wandern. die landschaft ist wirklich so wunderbar; schwer mit worten zu beschreiben.zwischendurch sind wir wegen nem heftigen regen klatschnass geworden, aber bald gab es wieder sonnenschein und ein picknick in einer alten ruine.eine inka-ruine war auch das ziel unserer wanderung.diese befindet sich eben wie gesagt genau am nordzipfel der insel und die legende besagt, dass die kultur der inka, sowie der kult der sonne, des mondes und ueberhaupt die gesamte kosmologie der inka hier ihren usprung genommen hat.ein ganmz wichtiger ort also, an dem wir da waren.zurueck zum suedende, wo unser boot zurueck nach copacabana abgelegt hat, haben wir einen anderen weg gewaehlt, der direkt an der kueste entlangging. war wunderbar, der see ist so gross, man kann nicht mal das ende sehen und hat somit das gefuehl man ist am meer.wunderschoen.weil wir den weg etwas unterschaetzt hatten (etwa 10km) mussten wir fast rennen, aber am ende haben wir unser boot noch erreicht.

die dame hier im internetcafe will mittagessen, also muss ich - trotz ungewoehnlichen schreibflusses - erstmal schluss machen.

bis bald,

claudi

 

 


ein hauch von geschichte und ganz viel sonne

Claudi 02.04.2011, 2:13

hallo ihr lieben,

viel ist wieder passiert und wenig geschriben wurden. also hier mal n kurzer abriss. die jojo und ich haben uns in arequipa getroffen und sind gemeinsam zu einer 3-tageswanderung in den canyon de colca aufgebrochen.das ist nun rein gar nicht nur irgendein tal, nein, sondern der 2.tiefste canyon der welt.wunderbar war unsere tour - haben auf dem hinweg einige condore gesehen - majaestaetische voegel, wirklich - und konnten uns an der landschaft gar nicht sattsehen; unglaublich viele kakteen- und andere pflanzenarten, saftig gruene huegel, schneebedeckte gipfel und wuestenartige felsformationen.unglaublich und nur empfehlenswert.nach einer etwa 4stuendigen wanderung - nur runter -  und einem eher ruhigen ersten nachmittag, den wir mit lesen, schreiben und schwelgen zugebracht haben, sind wir am 2.tag der tour zum "paradies" gewandert.das ist so eine art oase, wo es kleine huettchen zum schlafen, haengematten, einen riesigen pool (!!!), tolle ecken zum ausruhen und ein volleyballfeld gab.es war so paradiesisch da und der name somit nicht uebertrieben.ins tal rein heisst eben aber auch aus dem tal raus und so haben wir uns am 3. und letzten tag den ganzen berg wieder hochgeschleppt.wobei so kann man das gar nicht sagen, denn die meisten der leute brauchen so um die 3-4 stunden und wir waren erschoepft aber gluecklich nach reichlich 2 stunden oben.jawohl.zur belohnung gabs ein lecker fruehstueck und dann ein bad in heissen thermalquellen.kann man nicht meckern denkt ihr jetzt? recht habt ihr.war super.

zurueck in arequipa gings straight zum nachtbus nach cusco, wo ich nach einer - wie immer im bus schlaflosen nacht - etwas zerknirscht angekommen bin.

nach einem guten fruehstueck in unserem super-hostel und ganz viel sonnenschein war ich allerdings wieder bestens gelaunt, was durch die nachmittagsshoppingtour auf dem kunsthandwerk nur noch besser wurde.bin jetzt besitzerin eines tollen alpakapullis, dicken socken und ein, zwei geschenken fuer die daheimgebliebenen.

der heutige tag war gott sei dank frei von schlechten aprilscherzen und wurde mit dem stadtbummel und nem museums- und kirchenbesuch gut ausgefuellt.die zugtickets fuer macchu picchu sind gekauft, die wanderroute steht, die waesche ist auch in der lavanderia so dass heut zum freitagabend guten gewissens mal wieder der eine oder andere coctail den hals runterrinnt und das salsatanzbeinchen geschwungen werden kann.der hauseigene salsa-lehrer des hostals hat geburtstag und kann also gleich dem ein oder anderen ungelenken mitteleuropaer auf die spruenge helfen.

viva la fiesta.alles liebe.claudi

 


normal beherrsche ich die kunst des schreibens

Claudi 26.03.2011, 23:05

mir fiel schon des oefteren auf, dass es bei mir von verschreibern nur so wimmelt. hier also ganz offiziell entschuldigung dafuer.

die tastaturen hier sind allerdings manchmal recht wild und nichts ist dort, wo es gewoehnlich ist. ich hoffe, ihr versteht mich dennoch.


sand, wohin das auge reicht

Claudi 26.03.2011, 23:02

buenas tardes ihr lieben,

hier mal wieder ein kurzes, aber deshalb doch von herzen kommendes lebenszeichen.

nach 2 tagen in der oase huacachina, die sich unweit von ica mitten in der wueste befindet, 200 seiten lesen und gammeln an der lagune, superlustigen sanboarden, einer buggytour durch die weuste und mit ganz viel sand im schuh als erinnerung bin ich mittlerweile im sueden perus - genauer in arequipa, der 2.groessten stadt nach lima - gelandet. muede bin ich, denn die reise von ica war mit 13 stunden trotz luxusbus mit dinner und freuhstueck ¨ans bett¨nicht gerade unbeschwerlich. intnsive museumsbesuch habe ich daher erstmal verschoben und mir die zeit heute mit nem bisschen durch die stadt streunern, ganz viel eis essen und lesen auf der dachterasse meines hostels vertrieben. muss auch mal sein, nachdem ganzen ¨reisestress¨.

morgen werd ich altes monasterio besuchen, was wohl zum verlaufen gross sein soll und etwa 3 stunden in anspruch nimmt. wenn jojo nicht ueber nasca abgestuerzt ist werden wir denk ich montag gemeinsam zum wandern in den colca canyon - tiefste schlucht der welt - aufbrechen. wird ein spass denk ich, denn trotz regenzeit herrscht miest strahlender sonnenschein - petrus, gracias.

machts huebsch.claudi

 


herrjeee

Claudi 23.03.2011, 23:51

die schreibblockade hat mich mal wieder erwischt.und so wie ich das hier sehe die jojo wohl auch...

also nur mal kurz; nach einer wirklich sehr schoenen, aber auch sehr harten wanderung in der codillera blanca (fast den ganzen tag gab es regenschauer und der atem bleib auf 5000m auch schon mal aus) bin ich gestern gut in lima gelandet.bin nach einigen problemchen in einem netten hostel gelandet und hab auch ne nette, altbekannte nachbarin: jojo.wohnt in einem hostel direkt nebenan.so haben wir uns wieder und werden morgen gemeinsam nach ica in die wueste aufbrechen.

kurz und gut.

eure claudi 


am strand

Claudi 13.03.2011, 17:46

hallo geehrter leser,

nach den sehr schoenen tagen in cajamarca (mein highlight war eine wanderung in cumbe mayo - sind so ganz seltsame, schmale, hohe felsformationen in denen eine kultur schon vor christi ausgekluegelte kanalsysteme errichtet hat) bin ich schliesslich gestern morgen gen trujillo an die kueste aufgebrochen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der tsunami hier nicht in voller wucht angekommen ist. nix passiert also.

gerade geht es mir auch wieder besser, aber gestern, puh, hatte ich die schlimmste busfahrt meines lebens: 8 stunden sitzen mit durchfall, kotzen, als ich gegen 5 in trujillo ankam. hab dann auch nichts anderes mehr gemacht als nur geschlafen. 

bin dafuer heut schon ganz frueh aufgebrochen, hab mir die stadt angesehen und bin jetzt in huanchaco an der kueste.ist laengst kein geheimtip mehr und daher recht touristisch. allerdings ist wohl gerade n bisschen leerer wegen der tsunami-warnung. mal sehen. heut ist megamieses wetter, aber ich denk, ich bleib n paar tage, denn es sieht sehr nett aus hier und die meeresluft wird guttun.
jojo hat mir gerade geschrieben, dass sie heute abend in trujillo ankommen wird und ich geh mal davon aus, dass wir uns morgen oder uebermorgen hier treffen werden.

kein grund zur besorgnis also liebe eltern:-)

gut, dass solls erstmal gewesen sein.

bis bald. c


natur und andere katastrophen

Claudi 11.03.2011, 15:13

jetzt hab ich mich schon so auf das weiterziehen an die kueste gefreut und nun das - in ganz suedamerika alarm wegen dem tsunami, der von japan, die gesamte pazifikregion bedroht.

muss wohl nun noch n tag laenger ausharren bevor es zur ersehnten erholung an der kueste kommt....


hin und her, her und hin

Claudi 10.03.2011, 2:37

hehe ihr lieben,

hier - wow, wie motiviert ich bin zu schreiben - mein neuester stand.

gestern in den fruehen morgenstunden, kam ich angeschlagen in leymebamba an, nachdem ich mich auf der busfahrt von chachapoyas 2mal oral entleeren musste.entweder war mir aus solidaritaet schlecht oder jojo und ich hatten beide an verschiedenen orten was schlechtes gegessen, denn jojo ging es wohl noch schlechter wie mir, so dass sie gerade noch in chachapoyas weilt, um sie auszuruhen.

in leymebamba hab ich erstmal meinen rucksack verstaut und mich auf die wanderung - etwa 3km bergauf - zum hiesigen museum gemacht, in dem ein kompletter, kuerzlich entdeckter archaeologischer fund, der bisher ungeahntes wissen ueber die chachapoyas kultur preisgibt, ausgestellt ist.ich hab mich wirklich den weg hochgeschleppt und war so froh, dass als mir ein maedchen ihr pferd angeboten hat, so dass ich den rest reiten konnte.

am museum angekommen, hatte selbiges noch zu, aber nachdem ich ein bisschen rumgerufen habe, hat mir jemand aufgemacht und ich hatte noch das glueck eine kostenlose, 3 stuendige fuehrung von einem ambitionierten peruanischen archaeologen zu bekommen.da man zu der lagune, wo man die sachen - hunderte mumien, grabbeigaben, keramiken und anderes- gefunden hat, leider nur sehr schwer erreichen kann, war das museum eine wirklich gute alternative um einen authentischen einblick in die kultur zu bekommen.

gegen 12 bin ich also den weg zur stadt, die mehr wie ein dorf ist, zurueckgelaufen und dachte mir so, dass nun noch genug zeit waere um zu den felsgraebern nach revash zu laufen.um da hinzukommen musste man allerings erstmal um die 25km per auto und etwa 5km per pedes zuruecklegen. es klingt vielleicht unglaublich, aber es ist wirklich so, dass es in leymebamba exakt einen bus in diese richtung gibt - um 5 uht morgens -, trampen ging nicht, weil nicht ein auto in binnen einer stunden und der taxifahrer wollte mich komplett abzocken.

da es nun auch schon gegen 2 war, musste ich einsehen, dass es an diesem tag nicht mehr zu meistern war. da leymebamba allerdings auch nicht ueber einen geldautomaten verfuegt und ich nicht mehr genuegend fluessig war, konnte ich keine 2. nacht mehr im ort bleiben.

immernoch mit bauchweh und uebelkeit trottete ich also niedergeschlagen in der gegend herum, um irgendwo zwieback aufzutreiben.als ich mit traurigem gesicht an 3 alten maennern vorbeikam,die auf einer bank auf dem platz vor der kirche sassen, erzaehlte ich ihnen, dass ich vorallem wegen der wanderung nach revash hier war und es nun augenscheinlich nicht ginge. sehr nett, was dann passierte - der ´aeltestenrat´begannsofort zu tagen und alle moeglichen familienmitglieder, die ueber ein motorrad oder auto verfuegen, wurden angerufen, um mich doch noch irgendwie hinzubringen.aber nix, die guten enkel, soehne und neffen mussten arbeiten und es war ohnehin nicht mehr zu aendern, dass es fuer eine wanderung von 5 stunden einfach schon zu spaet war im anbetracht der tatsache, dass es kurz nach 6 dunkel wird.

eingerahmt und von den opis, die mich lieb in ihre mitte nahmen und einigen netten gespraechen ueber die liebe und das leben ging es mir wieder besser und ich machte mich auf in mein diesmal sehr gemuetliches hotelzimmer, dass sogar ueber einen kleinen balkon mit blick direkt zur ´plaza´ verfuegte.ich kuschelte mich fein in eine decke und hatte glueck noch zeuge des munteren frauentagsritual sein zu duerfen, dass im kleinen staedtchen leymebamba so von statten ging, dass frauen feministische reden hielten, man trank und munter tanzte.

war alles in allem also ein unaufregender, aber angenehmer tag und am ende auch gut, dass ich mich ein bisschen ausgeruht habe.

heute bin ich wieder frueh raus, um zum naechsten ziel-cajamarca- aufzubrechen.nach 9 stunden im bus bin ich endlich da und werde mich wohl gleich in eine oertlichkeit begeben, in der man sahnig, alkohlische mixgetraenke an den mann-oder eben an die frau bringt. werde jojo und das ritual des kartenspiels wohl sehr vermissen, aber ansonsten fuehl ich mich grad frei und ganz zufrieden mal als einzelkaempferin unterwegs zu sein.

wir treffen uns bald wieder amiga, bis dahin cuidate.

hier ist es gerade 22.36 daher an alle daheimgebliebenen - gute nacht.

c


fotos

Claudi 07.03.2011, 16:40

eine sache noch: die tollste web-administratorin der welt - die dany - hat gerade geschrieben, dass sie die bilder unserer abenteuer nicht mehr ohne weiteres von facebook hier her uebertragen kann.dass heisst, in zukunft werden wir die bilder wieder direkt an dany schicken, was, leider viel zeit und geduld kostet, denn gelegntlich hat man das gefuehl kleine maeuse im laufrad treiben die rechner hier an.aber es kommt bald bildmaterial. fuer alle die facebook haben hier nochmal unsere seiten:

jojo  - johanna greuter

claudi - alegra con anoranza 


den inneren schweinehund ueberwinden

Claudi 07.03.2011, 16:28

hallo liebe freunde, familien,

erstmal meinerseits ein grosses "perdon" fuer meine doch sehr lang anhaltende schreibfaulheit. ich gelobe hiermit besserung.

wie ihr ja alle schon wisst, sind wir mittlerweile in peru gelandet und nach anfaenglichen startschwierigkeiten (unfreundliche leute, lange, unbequeme busfahrten, muedigkeit, eklige hostelzimmer) denke ich, kann ich fuer uns beide sprechen und behaupten: jetzt fuehlen wir uns langsam wohl und angekommen. gerade verweilen wir noch in chachapoyas. nachdem wir schon auf dem sprung waren, sind wir nochmal zurueckgekehrt, um zu dem 3.hoechsten wasserfall der erde (781m), der sich 20km von hier, genau in gocta/nordperu befindet, zu wandern.

hat sich gelohnt die eigene "comfort zone" (nach dem fall zu guttenberg moechte ich darauf hinweisen, dass dieses wort auf ein zitat von ben d. zurueckgeht) zu verlassen und sich auf den etwa 2,5 stuendigen, zu weilen recht anstrengenden weg zu machen. wirklich, war ein extrem imposanter anblick, schon daher, weil der wasserfall eingebettet in einer wunderschoenen schlucht liegt.

danke also an die netten peruanischen jurastudenten, die uns in kuelap ueberredet haben nicht zu gehen, ohne den wasserfall zu besuchen.

heute ist die jojo zu zu steinsargophargen (hab gerade keinen duden) aufgebrochen, die weit oben in felsen gehauen sind. ich hab gerade vergessen, wie der ort heisst, aber die jojo schreibt da sicher noch was zu.

ja und ich hatte heute geplant weiter nach sueden aufzubrechen und nach revash zu wandern (was das ist, schreib ich, wenn ich denn endlich da war) . nur leider habe ich immernoch mit meinem kleinen orangenen giraffenwecker zu kaempfen.er blieb stumm und ich in chachapoyas.morgen also neuer tag, neues glueck und so werde ich diesen tag einfach mal als gammeltag gestalten, vokabeln lernen, nachrichten lesen und e-mails schreiben.blog ist hiermit erstmal erledigt und so hat mien veroasster bus ja auch was gutes.

bis zum naechsten mal. bleibt gesund und munter.claudi


y prospero nuevo año

Claudi 31.12.2010, 20:14

bevor es noch einige fakten zu weihnachten und silvester in ecuador gibt wuensche ich allen treuen lesern

EIN GLUECKLICHES NEUES JAHR!

 

1. weihnachtsbaeume gibt es nur selten zu sehen. kuenstliche baeumchen sind maximal in den stuben der besser situierten familien zu finden.

2. trotzdem stehen viele ecuadorianer auf deko (oder besser kitsch): einige haeuschen und palmen im vorgarten waren aufgrund von aus china importierten lichterschlaeuchen kaum noch zu erkennen. von den quietschig bunten krippen und jesuskindlein ganz zu schweigen.

3. das bringt mich zu dem punkt, dass die masse der ecuadorianer STRENG katholisch ist und - anders als wir deutschen - nicht nur zu weihnachten, sondern regelmaessig die messe besucht.

4. seit einigen jahren - auch hier adaptiert man kraeftig westliche braeuche - ist truthahn das standart weihnachtsessen. frueher waren es eher huehner, schafe und cuys (meerschweine), die auf den tisch kamen.

5. geschenke werden nur wenige ausgetauscht. in den aermeren laendlichen familien gibt es meist keine.

6. armut und einsamkeit: da weihnachten auch die zeit ist, in der man diese beiden faktoren am deutlichsten spuert, ist in ecuador - so sagte man mir - die selbstmordrate an den feiertagen extrem hoch.

7. in der stadt ist es zwar auch so, dass man zunaechst in familie feiert und gemeinsam ist, die masse geht danach aber gern noch auf ein taenzchen oder glaeschen aus. in den communidades sitzt man indes wohl eher in der nachbarschaft zusammen.

8. was fuer wihnachtsbaeume gilt, gilt auch fuer boeller und raketen . nur die "reicheren" goennen sich diesen spass.

9. ausserdem werden zu silvester lebensgrosse stoffpuppen gebastelt, die um mitternacht auf den strassen angezuendet werden.

10. bei uns beliebte kindergeburtstagsspiele wie sackhuepfen, tomatentanz und eierlauf, sind hier bestandteile einer guten fete. was ist schon schlimm daran, ewig kind zu bleiben?


navidad en ecuador

Claudi 31.12.2010, 20:02

auch wenn uns die tage hier im allgemeinen laenger als in deutschland vorkommen, vergingdie zeit retrospektiv betrachtet doch viel zu schnell. weihnachten liegt nun schon hinter uns und ich dachte, ich geb mal schnell n fixen report, wie es uns so ergangen ist: also, einen tag vor heiligabend haben wir uns mit einem freund richtung pano aufgemacht (30 Min. von Tena). dort haben wir eine befreundete familie von ihm besucht, die in einer art kleinen kommune lebt. wir haben uns erst ein wenig mit den leuten dort unterhalten, dann lecker gegessen und in der nacht haben wir dem wunderbaren gitarrenspiel von diego gelauscht, geklatscht und gesungen. uebernachtet haben wir in einer kleinen huette und morgens sind wir recht frueh raus, um nach einem gemuetlichen fruehstueck in den dschungel zu einer wanderung aufzubrechen. dort haben wir dann 2 super schoene wasserfaelle gesehen, wo wir pause gemacht und ein bisschen geplaudert haben. zureuck auf dem hof, war es schon voll von leuten, die zu besuch waren, um am weihnachtsprogramm teilzunehmen oder einfach zuzuschauen. es wurde fussball und volleyball gespielt, gegessen, getrunken und spaeter gab es lieder und taenze, was wir allerdings verpasst haben, da wir nach unserem leckeren tilapia mit yucca die segel richtung tena gestrichen haben.

dort haben wir uns erstmal ein kleines "nickerchen" gegoennt und dann sind wir noch ausgegangen. achja, und eine kleine bescherung gab es natuerlich auch noch.

am 2. weihnachtstag haben wir es auch ganz gemuetlich angehen lassen; gefruehstueck, gechillt, ein paar besorgungen gemacht und abends haben wir eine freundin zu hause besucht. lecker pute gegessen (zumindest jojo) und gesungen. die mama von emiliy kam gerade aus der kirche, wo sie im chor singt. sie hatte echt eine - wow, unglaubliche stimme und da sie urspruenglich von den philippinen kommt und lange zeit in den staaten gelebt hat, war sie auch fit in englischen liedern, so dass wir textfest mit einstimmen konnten.

am 3. weihnachtstag waren wir in den cabañas von timothey - da wo wir auch heut die silvesterfete begehen werden. am abend gab es ein riesiges essen mit frisch gegrilltem - ja klar, FLEISCH..zwischen "ich kann das nicht essen" und "ich will nicht unhoeflich sein" hab ich dann doch alles verputzt, was mich bis heute teuer zu stehen kommt, denn seit fast einer woche quaelt mich mein magen mit schmerzen und kraempfen. hab mich zwar mit naturmedizin aus der selva eingedeckt und koch tee wie ne wilde, aber bis jetzt ist es noch nicht wirklich gut. heisst: heute nur sehr vorsichtiger alkoholkonsum.

 

 

 


es geht dem ende zu

Claudi 21.12.2010, 20:28

hallo liebe leser,

weihnachten steht vor der tuer und damit auch unsere letzten tage hier in tena.ich fuer meinen teil empfinde gerade eijne seltsam aufsteigende wehmut.ansonsten geht es uns prima. nach wie vor. ist ja nun unsere letzte woche in der schule und wir empfinden eine mischung aus traurigkeit und erleichterung, da sowohl unsere geduld, als auch unsere motivation in den letzten tagen ein wenig nachgelassen hat.
gerade ueben wir mit den kids "jingle bells" fuer das jaehrliche weihnachtprogramm, zu dem leute vom bildungsministerium , die familien der kinder und auch leute aus dem dorf
kommen werden.
"jingle bells" einzustudieren klingt nicht nach viel herausforderung, ist es aber. die kids haben grosse probleme mit der aussprache und erfinden teilweise ganz neue, mir bis dato unbekannte sprachen. es ist in etwa so als ich noch klein war und michael jackson lieder mitgesungen habe - mit der faust als mikrofon. ich denke trotzdem, dass es lustig wird und freu mich auf die kichwa lieder und traditionellen taenze, die die kleineren kids einstudiert haben.
wir werden noch bis mitte januar hier in tena bleiben, da wir uns gern noch in ruhe von allen verabschieden und noch ein paar dinge ansehen wollen, zu denen wir bis jetzt noch nicht gekommen sind. weihnachten und silvester werden wir hier also hier verbringen. wir haben schon eine einladung fuer silvester. wir werden in einer kleinen communidad direkt im dschungel feiern, wo ein bekannter mehrere cabañas hat. 100 leute sind eingeladen und es wird huehner, schweine und frisch geangelten fisch zu essen geben und jede menge bier und selbst gebrannten schnaps. alles sehr rustikal eben. wie die weihnachtstage genau ablaufen werden, wissen wir noch nicht, aber ich denk wir werden es uns schon huebsch machen.

ich werde mir die kommenden tage mal zeit nehmen und noch mal ein bisschen darueber berichten, wie weihnachten hier in ecuador so ueberhaupt aussieht.

euch auf jeden fall schon mal frohe, besinnliche weihnachtstage.


meine aktuellen gedanken

Claudi 09.12.2010, 20:46

jojo hat ja schon ausfuehrlich geschrieben, wie hier in den schulen der communidades das leben so laeuft. ich habe da nichts zu widersprechen.

ich bin wirklich zunehmender traurig oder deprimiert und meine motivation und meine geduld schwinden zuweilen. ich weiss, dass man nicht so schnell aufgeben darf, aber es ist manchmal tatsaechlich nicht einfach.

jojo und ich haben etwa die klausuren fuer die 8-10.klasse in yawari formuliert. zut vorbereitung haben wir extra eine stunde eingeplant, in der wir den ganzen stoff nochmal wiederholt haben. es ist dann 1. frustrierend und auch nervig, wenn dann nieman zuhoert und wenn sich 2. nach den test herausstellt, dass immernoch nur jeder 3. in der lage ist basissaetze wie "my name is.." zu formulieren, dann gibt es momente, in denen man sich fragt, warum man jeden tag aufsteht.

ich glaub ich manchmal vielleicht etwas zu passioniert an sachen ran, aber kann auch nicht anders. ich bin manchmal zu richtig wuetend auf die leute in den communidades - ich weiss, es ist gut und wichtig sprache und kultur zu pflegen, aber teilweise wird einem so bewusst in was fuer einem mikrokosmos die menschen leben.kaum jemand versteht - und das ist auch nicht verwunderlich, wenn man sein ganzes leben noch nie aus dem dorf rausgekommen ist - dass die welt das draussen verdammt gross, verdammt globalisiert und verdammt gefaehrlich ist.

die leute verstehen vor lauter stolz auf ihre gemeinschaft nicht, dass sie sich bilden und pfiffig sein muessen, damit ihnen nicht die butter vom brot bzw. das land von amerikanischen oelkonzernen genommen wird.

die kids - und das erleben wir jeden tag - haben weder ziele, noch traeume noch plaene. und interesse an rein gar nix. diese ignoranz bezieht sich keineswegs nur auf englisch. es gibt kids, die koennen mit 12 nicht 2 + 2 zusammenzaehlen, aber der noetwendige druck seitens der eltern fehlt einfach.

man scheint sich manchmal damit zufrieden zu geben, wenn man weiss, wie man huehner schlachtet und das traditionelle kunsthandwerk beherrscht. diese dinge sind toll und interessant, werden aber vielleicht nicht mehr lang exisitieren (oder vielleicht nur kitschig aufbereitet fuer den zukuenftigen tourismus) wenn die leute - und vorallem die junge generation - nicht begreift, dass nur bildung die richtige waffe sein kann, um sich gegen ausbeutung zu wehren.


viel ist passiert. zu viel...

Claudi 22.11.2010, 22:41

oh jee, nachdem wir den blog hier ewig schlefen lassen haben, werd ich mal nen fixen abriss nachreichen, von dem, was wir in der zwischenzeit so getrieben haben.

also zu allerheiligen/allerseelen (anfang november) hatten wir ein verlaengertes wochenende (die mehrheit der ecuadorianer ist streng katholisch), an dem wir uns nach baños aufgemacht haben (liegt im suedwesten von tena und gehoert schon zum hochland). von da aus sind wir mit dem fahrrad die ruta de cascadas nach puyo langgeduest. wirklich herrlich; ganz viele wasserfaelle liegen da diekt auf der strecke. doof war nur, dass es wegen dem langen wochenende nur so von touristen gewimmelt hat und so war es leider nicht so ruhig und romantisch, wie wir gehofft hatten.

weil die welt so klein ist, haben wir in baños unsere liebe freundin danielle aus new york getroffen, die gerade einige tage bei einer traditionellen weberfamilie in salasaca zugebracht hat. weil salasaca so beruehmt dafuer ist, dass das eines der groessten allerheilgen-feste in ecuador stattfindet, haben wir uns gedacht besuchen wir danielle doch da und schauen uns das spektakel mal an.

am spaeten morgen sind wir in salasaca angekommen und sind gleich zum friedhof gefahren. zu allerseelen pilgern naemlich jedes jahr alle leute zu den graebern ihrer vorfahren und bringen zu essen und zu trinken mit. zuerst haben wir uns ganz unwohl gefuehlt da rumzulaufen und fotos zu machen, aber man sagte uns dann es sei ok. da wir danielle nicht finden konnten sind wir zu dem haus der weberfamilie, wo man uns sagte, sie sei auf dem friedhof, aber in traditioneller kleidung (frauen in weitem rock, poncho und hut - so aehnlich wie die kleidung in peru), so dass wir sie nicht erkennen konnt. also sind wir nach ner stunde erholung bei der familie, wo man einen wunderbaren blick auf die berge hatte - wieder zureuck zum friedhof. interessant ist, dass dort die stimmung total gekippt war: fast alle leute waren betrunken, frauen und maenner haben sich gegenseitig gestuetzt, einige haben geweint, andere sich gepruegelt. bis spaet in die nacht haben die leute auf den familiengraebern zugebracht, waehrend wir zurueck zum haus der familie sind und den rest des abends gemuetlich am feuer gesessen haben und unter anderem mit einer frau aus otovallo ueber die feministische bewegung im land gesprochen haben. fazit: interessantes wochenende und ethnologie live.

ansonsten waren wir nochmal mit freunden aus rukullakta im dschungel wandern, haben eine animal rescue station besucht, die von schweizern gegruendet wurde und tanzen jetzt kraeftig salsa und merengue.

morgen werden wir den herrn praesidenten chorrea kennenlernen, der nach archidona kommt (nur 20 minuten von tena), wo unsere und schueler aus anderen schulen ein programm auffuehren. bin gespannt.

neu ist noch das jojo jetzt in rukullakta bei familie coquinche wohnt. ich fuehl mich hier in tena wohl und werde aber ab und zu mit unter jojos moskitonetz krabbeln, denn wir haben beide festgestellt, dass wir wohl ein wenig das alleinsein verlent haben.

das netzt ist hier zuweilen etwas langsam, aber fotos kommen bald neue. versprochen.

alles liebe,claudi

 


infos zur pkr

Claudi 26.10.2010, 2:11

es wird eigentlich hoechste zeit, dass wir mal ein bisschen die pkr, die organisation, bei der wir uns gerade verdingen, vorstellen.

also: pkr steht fuer "Pueblo Kichwa de Rukullakta". dies ist eine organisation der indigenen bevoelkerung, die ihren sitz in rukullakta (ein kleines dorf suedlich von tena) hat. die pkr bemueht sich vorallem um die bewahrung und die vermittlung der kultur und der sprache der kichwa. sie umfasst eine abteilung fuer bildung, die bilinguale schulen (kichwa und spanisch) in den gemeinden aufgebaut hat und selbst verwaltet. ausserdem wird gerade an dem ausbau des hiesigen oekotourismus gearbeitet, bei dem der vermittlungsgedanke der eigenen geschichte und kultur, sowie der umweltschut im mittelpunkt steht.

vorallem der bereich des oekotourismus spielt eine wichitge rolle; er bietet zugleich eine neue wichtige einnahmequelle fuer die menschen in den indigenen gemeinden und zum anderen eine plattform fuer die verbreitung der geschicht, aber auch der gegenwaertigen sorgen und noete der kichwa.  

die pkr besteht aus 17 groesseren und kleinen gemeinden. den namen Pueblo Kichwa de Rukullakta hat man gewaehlt, weil rukullakta sich in zeiten spanischer vorherrschaft am staerksten gegen die kolonisation gewehrt hat, weshalb dem dorf heute so etwas wie eine heroische bedeutung zukommt.  


teaching is a challenge

Claudi 21.10.2010, 1:30
puh, wir mussten uns heute wieder mit der kleinen rasselbande allein beschaeftigen, da "maestro sandro" leider immer noch abwesend war. dafuer duerften nun hoffentlich alle bald den "human body" (zumindest) sprachlich begriffen haben. nach dem unterricht der kleinen kamen dann die grossen dran. leider haben die meisten angehenden guides und spezialisten fuer oekotourismus der pkr (ueber die orga werde ich bei gelegenheit mal genauer berichten) mit abwesenheit geglaenzt. grund: gestern war ne geburstagsfeier in rukullakta und es gab ne menge bier. aha. aha. siempre lo mismo - en todas partes del mundo:-)


kopf voll

Claudi 18.10.2010, 1:19

hallo liebe freunde,

wir sind soeben zurueck von unserer dschungeltour und puh, wir haben so viel erlebt, dass ich far nicht weiss, wo ich anfangen soll.

ich versuch´s mal schritt fuer schritt: nachdem meine magen-dram-sache am freitag etwas besser war, war ich voller hoffnung, dass dem wochenende nix im stehen sollte. am samstag sind wir (ganesha und daniela - unsere hostal amigas haben uns begleitet) gegen 8 mit pablo ramiro richtung santa rosa (etwa 30km von tena) aufgebrochen. dann hat uns der morgenwind erstmal ordentlich wachgeblasen (wir fahren im hinten auf den ladeflaechen der taxis).

nach etwa 45 min sind wir dann an dem geburtshaus von ramiro angekommen, wo jetzt seine tocher und andere verwandte leben. dort haben wir uns mit gummistiefeln bewaffnet, unsere klamotten abgestellt und sind mit loco - ein guter freund von ramiro - aufgebrochen. es war so imposant mal so mitten im primaerwald zu sein. dazu kommt, dass wir nur wenige meter einen pfad gegangen sind, waehrend wir uns die restlichen stunden direkt mitten durch den dschungel gekaempft haben. loco immer voraus uns mit der machete den weg - na sagen wir mal halbwegs freimachend. nach ein paar stunden sind wir an einem kleinen fluss angekommen, wo wir sofort reingesprungen sind. denn man stelle sich bitte vor, wir waren nassgeschwitzt, dreckig von oben bis unten, die gummistiefel voller wasser. ach, nicht zu vergessen die millionenlichtjahre neuen insektenstiche, die unseren koerper zieren. trotzdem, es ist ein wahnsinns gefuehl im dschungel zu sein. unendliche weiten an gruen und man ist sich bewusst, dass man hier ohne die hilfe von einem kundigen guide extrem ausgeliefert waere.

zurueck am haus von ramiro, haben wir gleich das abendessen zubereitet. es gab frischen fisch, yucca und viel gemuese. war extrem lecker.

nach dem essen stieg unsere aufgeregtheit, denn gegen 9 haben wir mit dem ayuasca-ritual begonnen. unsere groesste sorge war das getuschel um die heftigkeit der uebelkeit (es ist gang und gebe, dass man sich uebergeben muss und durchfall hat). wir hatten echt n bisschen panik, wir  wir uns so fuehlen koennten und ob wir in der lage waeren, den dunkeln weg zur "toilette" (der dschungel ist die groesste toilette der welt) schaffen wuerden.

zum ritual an sich mag ich gar nicht viel schreiben. es ist mit worten eh nicht zu fassen. nur soviel, beim ersten mal hab ich gar nichts gespuert. da war ich echt n bissl enttaeuscht. dem schamenen gegenueber zu sitzen war dann - ja, wie gesagt. jeder empfindet es eh anders. das was er mir zu sagen hatte, war sehr positiv und macht mir freude auf die zukunft.

weil ich und daniela immer noch topfit und voellig halluzinationsfrei waren, haben wir gedacht, ach komm, einmal ist keinmal. und dann nach dem zweiten ayuasco - puh. oh mein gott. da hab ich dann was gespuert - und nicht zu knapp. ich geb dem ein oder anderen mal einen bericht von ohr zu ohr. versprochen.

hier nur soviel: geschlafen haben wir keine sekunde und auch heut morgen waren die "nachwehen" der nacht noch spuerbar. freu mich schon auf mein bett, auch deshalb, weil morgen um 8 wiederfein englischunterricht angesagt ist.

super wochenende - anstrengend, aber authentisch und besser als jede touritour mit uebernachtung in ner 3sterne lodge. punkt.

 

 

 

 


primero dias con maestras

Claudi 13.10.2010, 1:20

hola amigos,

wir haben es geschafft und heute unseren ersten tag in der schule in rukullakta hinter uns gebracht.

leider fing der tag - wegen der kleinen PM/AM-verwechslung - etwas unsanft an, und so hatten wir 2,5min zum anziehen und zaehne putzen, um dann zu einem taxi zu sprinten, dass uns gott sei dank noch rechtzeitig in rukullakta abgekippt hat.

mit etwas kleinen aeuglein meisterten wir aber unsere premiere als maestros de inglés.

wir geben den unterricht nicht allein, sondern unterstuetzen den hiesigen englischlehrer, da er erstens hinsichtlich der aussprache selbst recht unsicher ist und zweitens so eine effektive gruppen arbeit moeglich ist.
heut haben wir mit den kids, die im uebrigen fast wie laemmchen waren - einen kleinen dialog mit begruessungs- und vorstellungsfloskeln geuebt. jojo war lou und ich war grace und ann kamen die kids dran.shr lustig.

die zeit zwischen den englischstunden wollen wir gern nutzen, in dem wir uns als etwas gross geratene alumnos mit in ein paar andere kurse setzen, um unsere spanischkenntnisse zu verbessern und mit etwas kichwa anzufangen.
spannend war heut noch, dass der "senior supervisor", der alle 2 monate die situation an den schulen beurteilt, zu besuch war. so kamen wir noch in die  (anstrengende) ehre an der zweistuendigen lehrerkonferenz teilzunehmen. war spannend, aber auch sehr anstrengend und ein klein wenig ermuedend, weil dort recht recht schnell gesprochen wurde, weshalb ich nur zu etwa 50% folgen konnte.

morgen heissts: neuer tag, neues glueck. vamos a ver.


queen of bloody knees

Claudi 11.10.2010, 4:43

nachdem wir uns gestern nach ein paar wahnsinnig leckeren coctails am rio tena mal in die hiesige diso getraut haben, war mir klar, dass man sich hier in tena wohl recht schnell kennt und sich nach ein paar monaten vielleicht tatsaechlich ein bisschen wie zuhause fuehlen kann. gut war dieses gefuehl, denn nach anfaenglicher distanziertheit - die man wohl nicht vorschnell als ablehnung oder unfreundlichkeit interpretieren kann - entpuppen sich die leute als sehr aufgeschlossen und herzlich.

zumindest hatten gestern so einige chicos interesse bei jojo und mir englischunterricht zu nehmen und das moechte ich jetzt hier nicht falsch interpretiert wissen, denn viele von den chicos hier arbeiten als guides im tourismusbereich und wissen, dass heute ohne englisch kaum noch was laeuft. an interessierten schuelern soll es uns also vielleicht nicht mangeln.

trotz des leicht droehnenden schaedels (leider/gott sei dank/leider, muessen seit der regierung correa alle clubs kurz nach 2 schliessen) sind wir heut gegen 9 aus den federn, weil wir mit ein paar jungs von rukullakta, die auch fuer die pkr arbeiten, zum tubing verabredet waren.

grossartig war das den fluss runterzuduesen  (mit alten traktorreifen) - ein adrenalinkick pur - aber eben auch nicht ungefaehrlich, wegen der vielen riesigen steine und felsen, die leider nicht aus dem weg gehen, wenn man angebraust kommt. mich hat es heute so einige male aus dem reifen und gegen die steine gehauen, was man fantastisch an meinen knien nachvollziehen kann. die naechsten tage duerfte da eine farbpalette sichtbar werden, der es an nichts fehlt.

und obwohl "aua" heut das wort der stunde ist (n kleinen sonnenbrand gabs auch noch dazu), eins ist klar: ich will NOCHMAL!!!


sonniges herz trotz regentag

Claudi 11.10.2010, 4:30

hallo ihr lieben,

nachdem ich am freitag (8.10) ein wenig unter homesickness gelitten habe, bin ich nun wieder gluecklich und zufrieden.

die gruende dafuer sind die folgenden: trotz tropischem daueregen haben wir uns gestern nachmittag mit daniela (aus n.y.) und ginisha (aus london) hinaus gewagt und den parque amazonica in tena besucht. weil es anfang des jahres starke ueberschwemmungen gab, haben wir den fluss ganz abenteurlich mit einem kanu bezwungen. wir hatten glueck, denn der mann, den wir gefragt haben, war zufaellig auch ein im pak arbeitender guide, der nicht zoegerte uns an seinem freien tag rumzufuehren. der parque amazonica ist ein 24 hektar grosses stueck regenwald (etwa 7 hektar sind begehbar), dass hier mitten in der stadt - genau am zusammentreffen der beiden fluesse rio tena und rio paño liegt.

obwohl wir nass bis auf die haut waren hat es extrem viel spass gemacht, denn im park gabs allerlei exotische tiere zu sehen (allerdings mussten wir vor einem freilaufenden tapir fluechten) und unser guide hat uns unglaublich viel ueber die hiesigen pflanzen und ihre entsprechenden heilkraefte erzaehlt. dabei wurde mir mal wieder klar, dass nicht nur gegen jedes kleine wehwechen ein kraut gewachsen ist, sondern das mutter natur uns noch allerlei andere nuetzliche dinge beschert hat. im gegensatz zu den leuten hier ist uns das aber weder bewusst noch wichtig, da wir alles, was wir brauchen billig bei grosskonzernen erstehen koennen. schade das. umso mehr bewundere und bestaune ich, wie eng die leute hier mit der natur leben, wie gut sie sich in ihr zurecht finden und wie geschickt sie ihre produkte verwenden und verarbeiten.  

auf dem rueckweg hat uns unser netter guide (dessen name mir grad entfallen ist) erzaehlt, dass er haeufig im dschungel unterwegs ist und da auch viele leute - wie etwa schamanen - kennt. er hat uns von einem schamanischen ritual berichtet, bei dem man ayuasca zu sich nimmt, um seine eigene vergangenheit, gegenwart und zukunft ueberblicken zu koennen.

ayahuasca ist ein halluzinogenes getränk, das aus der dschungelliane banisteriopsis caapi und zwischen 2 und 55 verschiedenen anderen Kräutern sowie pflanzen hergestellt wird. dieser (entweder mit „Wein der Seele“ oder „Wein der Toten“ übersetzte trunk) spielt noch heute in fast allen traditionellen religionen und kulten von den anden bis zur pazifikküsten von kolumbien und ecuador eine wichtige rolle. die Schamanen haben erst durch die halluzinogene Wirkung des Ayahuasca Getränks die heilenden Effekte der Pflanzen entdeckt, können entfernte Galaxien und Planeten entdecken, Geister treffen, in die Zukunft schauen – und natürlich von Krankheiten und Süchten heilen.

weil wir davon natuerlich gleich fasziniert waren, hat uns unser guide (ja, ich glaub er hiess juan) angeboten, dass wir gern mit ihm mal eine laengere tour in den dschungel machen und an dem ritual teilnehmen koennten. danach hat er uns noch mit in sein haus genommen, wo uns die ganze familie willkomen geheissen hat. fuer mich sind diese privaten einblicke mit abstand das interessanteste, denn ein abgeschirmter hotelkomplex gibt eben selten wieder, wie die menschen tatsaechlich leben. naja, das ende vom lied ist, dass wir wohl naechstes wochenende mit ihm in den dschungel marschieren. ich muss auch zugeben, dass mich die sache mit dem ayuasca nicht loslaesst - und dass, obwohl die reaktionen der frauen, im gegensatz zu denen der maenner zumeist sehr heftig ausfallen (von krassen heulkraempfen ist die rede).

naja, wie immer verbleibe ich mit vamos a ver.

 

 


schwitzen in tena

Claudi 07.10.2010, 0:10

nachdem wir am cotopaxi handschuhe und muetze getragen haben, zerfliessen wir jetzt bei 34 grad (gefuehlt 55) in tena.

medardo von der pkr, einer organisation um die gemeinde kichua de rukullakta, dem wir in den naechsten monaten gern helfen zur seite stehen moechten, haben wir leider noch nicht erreicht, aber er hat versprochen uns bald anzurufen.

man darf gespannt sein, wie's weitergeht....

 


weiter gehts

Claudi 07.10.2010, 0:07

wo war ich eigentlich stehengeblieben?

ach, bei unserem wunderbaren trip durch die sierra.

nun ja, also nachdem wir in einem tollen, urigen hostel mitten in der pampa uebernachtet haben (zimmertemperatur 2 grad) sind wir gegen 7 zum quilotoa aufgebrochen.jorge hat das ganz nett gemacht; wir mussten die augen schliessen und er hat uns ein stueck gefuehrt und dann - wow. der wahnsinn. den anblick vergess ich sicher nicht.

der quilotoa ist ein vulkankratersee.ein nationalpark, der ausschliesslich von indigenen verwaltet wird. er ist ganz tief gelegen (ich glaub ca. 1200m) und umgeben von einer wahnsinnigen flora und fauna. wir sind dann hinuntergewandert (dauert etwa ne reichliche stunde) und jorge hat uns vieles erklaert und die warmen, sprudelnden vulkanquellen gezeigt.das besondere an dem see ist, dass das wasser salzhaltig ist und die forscher sich bis dato noch nicht einig sind, wie es dahin gekommen ist. nur dass es sich eben nicht nur um regenwasser handelt kann also ausgeschlossen werden.

ich kann wirklich nur jedem empfehlen einmal zu diesem magischen ort zu reisen. es lohnt sich definitv. die ganze gegend dort ist wahnsinn. man sieht kleine knirpse schulbusse fahren (die bis auf das dach vollgepackt sind) und schafsherden durch die gegend scheuchen. frauen sitzen auf der strasse und verarbeiten alpakawolle, waehrend sie den neuesten klatsch und tratsch austauschen. man kann bauern beim bestellen der felder zusehen uns so einen "echten" einblick in das leben auf dem land bekommen. uns hat es jedenfalls gutgetan ecuador nicht nur als quito zu begreifen.

apropos quito - von dieser stadt haben wir sowieso erstmal genug. es ist unglaublich, wie uns die behoerden dort rumgescheucht haben. sie wissen, dass man auf sie angwiesen ist und das beschert ihnen die absolute narrenfreiheit. weil jemand auf dem flughafen vergessen hatt, jojos stempel in das digitale netz aufzunehmen, durften wir nochmal durch die ganze stadt zu einer anderen behoerde duesen. dort sagte uns ein netter herr, wir sollen einen tag warten und dann waere das erledigt. weil wir einen aufstand gemacht haben, ging er ploetzlich ohne probleme zu einer kollegin einen stock (!!!) runter, die das dann in 5 Minuten (!!!) erledigt hat. unfassbar. letztlich haben wir aber dann am dienstag unser census bekommen und sind gegen 4 Uhr nachtena aufgebrochen, wo wir um 10 Uhr (!!! es sind etwa 280km) angekommen sind.

 

 


entnervt in quito

Claudi 05.10.2010, 3:03

eigentlich hatte ich mir vorgenommen nun von unserem tollen wochenende mit jorge zu berichten und ich denke, ich mach das auch erstmal.

also am samstag (den 2.10.) hat uns der jorge ganz frueh vom hostel abgeholt und dann sind wir zum cotopaxi gefahren. das ist der hoechste vulkan ecuadors (ca. 5700m) und gleichsam der hoechste aktivste vulkan der erde. jaaawohl, nicht schlecht.

der cotopaxi liegt heute in einem geschuetzten nationalpark, ein wirklich riesiges gebiet, in dem woelfe, andenfuechse und hunderte verschiedene vogelarten, z.b. der condor leben. zuerst haben wir eine kleine wanderung um den limpiopungo, ein see, gemacht. da war uns noch heiss, aber das sollte sich bald aendern. wir sind dann mit jorges jeep die steinigen pisten richtung gipfel gefahren. irgendwann kam dann eine art parkplatz von dem aus wir, eingemummelt und mit handschuhen und muetze ausgesattet, bis zur schneegrenze gestapft sind. da oben war uns dann nicht mehr so warm - es waren  ungefaehr 2 grad und es hat geschneit. ja, geschneit. nochmal fuer alle diejenigen, die glauben, in ecuador braucht man nur einen bikini. der blick, den man von da oben hat ist mit worten gar nicht zu beschreiben. nur berge um einen herum. man steht im schnee und schaut ins tal auf die steppenaehnliche landschaft, in der es etwa 20 grad waermer ist. auf dem cotopaxi haben wir dann auch zum ersten mal koerperlich die hoehe gespuert. mann muss wirklich sehr aufmerksam atmen, langsam gehen und genau auf die grenzen des koerpers achten. zum glueck hat meine kleine raucherlunge die hoehe gut weggesteckt. beim anblick des gipfels hatte ich richtig lust ihn zu bezwingen. das haette allerdings eine uebernachtung im gipfelhaus erfordert, von dem man mit der besteigung - wegen der sicht - etwa um mitternacht beginnt.

die zweite etappe mit jorge fuehrte uns dann fuer 3 stunden quer durchs land; ueber berge und durch taeler, in dem nur indigene leben. es war riesig, zum ersten mal hatten wir den eindruck wirklich das land zu sehen. jorge erklaerte uns, dass man anhand des ackerbaus erkennen kann, zu welcher gruppe von nativos die leute gehoeren. und das war auch wirklich so. es gab z.b. felder, die waren oval angelegt. und den typischen terassenanbau der inkas konnte man vielerorts auch gut nachvollziehen. es war echt unglaublich. da wir aus dem tal immer wieder auf die berge gefahren sind, konnte man alles prima von oben ueberblicken. es ist hier genauso wie bei dem cotopaxi, man kann diese sicht nicht mit worten beschreiben.

unser naechstes ziel war der vulkankratersee quilotoa. davon und von dem mist hier in quito, der heute unser glueck schon wieder erheblich bedroht hat, berichte ich dann morgen.


die ruhe nach dem sturm

Claudi 02.10.2010, 2:02

der aufmerksame leser wird schon festgestellt haben, dass jojo und ich uns mit dem blog schreiben immer ein wenig  abwechseln.


nach der doch sehr heftigen, aber retrospektiv auch wertvollen erfahrung gestern, geht es uns heute wieder erheblich besser und die beunruhigung legt sich langsam aber sicher.

laut den medien und nach meinung der einheimischen normalisiert sich die lage im land gerade wieder. nach einigen verlautbarungen hat es sich gott sei dank nicht um einen putsch gehandelt. die polizei, teile des militaers und der regierung verhandeln wohl gerade, wie es weitergeht. der grossteil der polizei ist wieder auf ihrem posten, was hier wirklich essentiell ist. dennoch loesen sich die dinge natuerlich nicht ueber nacht. die meisten auslaendischen behoerden empfehlen noch ein, zwei tage in quito zu bleiben und wachsam zu sein. da die aemter heute wieder offen hatten, konnt ich meinen pass zurueckkriegen und registrieren lassen. dass heisst, das wir am montag nach tena straten koennen. endlich.
morgen machen wir aber erstmal eine 2 tages tour zum cotopaxi (zweithoechster vulkan in ecuador). ich denke, es ist gut, dass wir mal raus kommen und das gefuehl haben, die reise geht weiter.
also entwarnung an alle, die sich grosse sorgen gemacht haben.

eure claudi


der aktuelle stand

Claudi 30.09.2010, 18:22

werte menthal mitreisende,

da gestern das amt, bei dem ich meine beglaubigten dokumente abholen musste geschlossen hatte, haben jojo und ich mal wieder einen entspannten, behoerdenfreien tag verbracht.

weil der fruehe vogel nicht nur den wurm faengt, sondern auch die beste sicht geniesst, sond wir recht frueh los zur seilbahn in quito (der teleferiquo), die einen auf den nahegelegenen volkan pichincha faehrt. weil wir aktive junge ladies sind, hatten wir uns entschieden zum start der bahn zu laufen. wir hatten allerdings die entfernung, die hoehenmeter und vorallem den krassen smog der satdt gehoerig unterschaetzt.naja, schwitzend und mit leichtem kopfdruck sind wir dann doch noch angekommen.

der blick den man dann aus der gindel geniesst - wahnsinn. das entschaedigt auch die leider recht teuren 8,50 fuer das ticket.

wenn man dann nch etwa 15min fahrt oben angelangt ist, hat man noch weitere 1800 hoehenmeter hinter soch gelassen und verlaesst die gondel in einer hoehe von etwa 4200m. das spuert man dann schon ein bisschen sag ich euch. also der kopf droehnt schon etwas und man ist einfach schneller aus der puste.

der blick auf den schneebedeckten gipfel des pichincha und der blick auf quito, deren groesse man jetzt erstmal richtig greifen kann, haette ich gern mit dem ein oder anderen von euch geteilt.

heute muss ich leider wieder zum amt und ich hoffe, dass die registrierung nun klappt. morgen muss ich dann wieder frueh los wegen dem census (was das alles ist und das die rennerei meine eigene schuld ist, habe ich zuvor geschrieben).

weil es nicht sicher ost, ob ich morgen alles habe, haben wir entschieden bis montag hierzubleiben. weil wir aber den kanal voll vin dem krach hier haben, machen wir mit unserem lieblingsguide jorge (wir waren mit ihm schon in dem vulkankrater pululahua) ne tour zum cotopaxi, wo wir dan auch uebernachten. es ist so krass, hier ist es tagsueber manchmal so heiss und fuer die tour brauchen wir dann winterklamotten, weil auf dem cotopaxi schnee liegt und die naechte auch am fuss auf minus 5 runtergehen koennen. krasse vorstellung - in suedamerika mit schal und handschuhen. bin gespannt.

denk an euch.

eure claudi

 


kulinarisches

Claudi 30.09.2010, 18:06

hallo ihr lieben,

gerade fuehl ich mich satt und rundum zufrieden, denn jojo und ich hatten vor etwa ner stunde ein typisches ecuadorianisches desayuno.

dies besteht meist aus kaffee (meist megamies, weil man ein glas fettige milch kriegt, in die man loeslichen malzkaffe ruehrt) , saft, reis mit huehnchen, einem weichen milchbroetchen (manchmal mit so weissem kaese, der nach nix schmeckt), ruehreier oder einem gekochten ei. (kostet meist 1,50 bis 2,00 dollar)

es ist zuweilen etwas ungewohnt derart herzhaft zu fruehstuecken, aber man gewoehnt sich an alles.

fuer vegetarier ist es hier ein wenig knifflig. wenn man sagt, dass man kein fleisch will, bekommt man oft trotzdem huehnchen, weil das hier nicht so als fleisch zaehlt. aus diesem grund, aus purem hunger - und auch weil ich mich schon auf das lend einlassen will - habe ich meine ersten quadratzentimter huhn seit ueber 10 jahren gegessen. kam mir ganz wild vor:-)

von anderen spezialitaeten wie etwa innereien und - natuerlich gern und ueberall - mehrschweinchen am spiess werde ich allerdings wohl die finger lassen.

ansonsten gibt es hier tolle snacks wie empanadas gefuellt mit fleisch, kaese oder gemuese (selten) und bolones (kugel aus gruenen bananen und kaese - superlecker), maisbrot und anderes.

typisch sind auch bohnen und kochbananen, die es als beilage oder in suppen gibt.

genauso guenstig wie ein typisches desayuno sind die almuerzos (mittagessen). sie bestehen meist aus einer suppe, hauptgang (immer fleisch), einem saft und einem kleinen dessert. fernab von tourihochburgen speist man fuer etwa 1, 50 oder 2,50 dollar.

da wo ich als vegetarier hier n bissl ungut dran bin, hole ich als eis- und miclshakejunkie wieder auf. dafuer ist ecuador ein paradies.

das leitungswasser soll man uebrigens strikt meiden, aber es empfiehlt sich schon damit zaehne zu putzen, damit der koerper sich langsam daran gewoehnt. und ich glaube ja nicht, dass man gleich krank wird wegen einem kleinen schluck.

 


nuetzliche infos fuer reisende

Claudi 30.09.2010, 17:51

also, wer vorhat, wie wir mal fuer 6 monate in dieses tolle land zu kommen lese gruendlich. fuer alle anderen wird das hier eher langweillig.

also, ein visum muss in deutschland bei der botschaft beantragt werden. von dieser (sitzt on berlin) erhaelt man dann den gestempelten pass und ein a4 blatt mit passbild und stempel zurueck. eben dieses blatt hatte ich vergessen. es ist allerdings megawichtig, denn man braucht es fuer die registreirung des visa hier vor ort. fuer die hat man 30 tage zeit.

fuer die registrierung geht man zuerst zu dem office fuer migracion y tourisma (avenida 6 deciembre - edifio karina). dort muss man den pass, kopien vom pass und das original visadokument vorlegen.

die behalten den pass dann fuer einen tag, so dass man am naechsten tag (oeffnungszeiten von 9 - 16uhr) wieder hinrocken darf.

gegenueber vom edificio karina kaufe man sich einen gelben umschlag (ohne diesen geht es nicht - ja, buerokratie gibt es auch hier reichlich), in den alle unterlagen reinkommen und auf den ein farbpassbild geklebt werden muss - in die rechte obere ecke. jaaaaa, genau, exakt da.

danach geht man bewaffnet mit umschlag, foto, registratur und FARBkopien von pass und allem anderen kram in ein anderes buero (avenida republica/ ecke av. amazonas, gegenueber "supermaxxi"). dort erhaelt man den CENSUS. das ost so ein kleines plastikkaertchen, mit dem man an vielen orten auch rabatt erhaelt.

das ganze dauert also, wenn man nicht so ein schussel ist wie ich - 3 tage. also einplanen und danach noch halbtagestouren mach z.b. auf einen der maerkte, in die altstadt oder in ein museum.


Llegamos a quito

Claudi 24.09.2010, 17:51

Liebe Freunde,


puh, nach etwa 24 stunden auf den beinen sind wir endlich in quito gelandet.

(unser gepaeck tut das hoffentlich auch bald..)

im augenblick koennen wir noch nicht viel eindruecke kundtun, denn von den 10 stunden, die wir jetzt hier sind, haben wir 8 geschlafen.

nur soviel - es geht uns prima, wir haben weder jetlag, noch hoehenprobleme und sind voller tatendrang.

jetzt spuer ich es deutlich: die entscheidung mir den wind aus den segeln zu nehmen und hierher zu fliegen war richtig. jippieyeah, abenteuer wir kommen.

bis bald. claudi


Informative Links

Claudi 29.08.2010, 12:27

Hier mal n paar informative Links zur Indigenenbewegung in Ecuador und ein paar generelle Infos. Hasta la proxima. C

www.lateinamerikanachrichten.de de.wikipedia.org/wiki/Tena de.wikipedia.org/wiki/Indigenenbewegung_in_Ecuador (Wikipedia - ok - aber der Eintrag bietet einen recht guten Überblick)

www.lateinamerika-studien.at/content/.../lg.../putscher_ecuador.pdf (Seminararbeit zur Indigenenbewegung in Ecuador)

opus.bibl.fh-koeln.de/volltexte/2007/180/pdf/Jarolim_Eva.pdf (BA-Arbeit zum Thema "Interkulturelle Begegnungen zwischen Quichua-Indigenen und Reisenden im Rahmen des Ökotourisms")

www.lateinamerika-studien.at/content/.../kneidinger_erdoel.pdf (Thema "Erdöl in Ecuador" - Drei Jahrzehnte Neoliberalismus in Lateinamerika)

http://www.curiquingue.org/amazonasprovinz.html